Preise kalkulieren für den Verkauf
Preise entscheiden nicht nur über den Umsatz, sondern auch über das Tempo an der Kasse. Wenige, runde Preisstufen verkaufen schneller als eine exakt kalkulierte Liste mit 30 Einzelpreisen.
Erst Gruppen bilden, dann Preise vergeben
Der Reflex ist, jedes Teil einzeln zu bepreisen. Für einen Verkaufstag ist das der falsche Weg: Du brauchst länger für die Vorbereitung, die Kunden fragen trotzdem nach, und beim Kassieren musst du jeden Preis einzeln nachschauen.
Deutlich schneller ist der umgekehrte Weg: Bilde drei bis sechs Gruppen und gib jeder Gruppe einen Preis. Bei einem Kleiderflohmarkt zum Beispiel „Shirt 2 €“, „Hose 3 €“, „Jacke 5 €“, „Kinderteil 1 €“. Alles, was nicht passt, kommt in die nächstniedrigere Gruppe – das verkauft sich besser als eine Sonderlösung.
Runde Beträge und sinnvolle Preisstufen
Preise wie 1,80 € oder 3,40 € erzeugen Cent-Rückgeld und damit Wechselgeldbedarf, den du nicht brauchst. Für private Verkäufe haben sich diese Stufen bewährt:
- Volle Euro für Flohmarkt und Basar: 1 €, 2 €, 3 €, 5 €, 10 €
- Halbe Euro für Getränke und Essen: 1,50 €, 2,50 €, 3,50 €
- Keine Preise wie 4 €, wenn 3 € und 5 € schon existieren – zu viele Stufen bremsen
- Mengenpreise als eigener Posten: „3 für 2 €“ statt Rabatt im Kopf
Ein angenehmer Nebeneffekt: Mit vollen Euro-Preisen brauchst du fast keine Cent-Münzen in der Startkasse. Mehr dazu im Beitrag Wechselgeld berechnen und Kasse vorbereiten.
Untergrenze festlegen
Überlege vorher, ab welchem Preis du ein Teil lieber spendest als verkaufst. Das erspart Diskussionen am Stand.
Bündel einplanen
Lege Mengenangebote als eigenen Artikel an – sie räumen den Tisch am Nachmittag zuverlässig leer.
Hinterher auswerten
Nach dem Verkauf zeigt die Statistik, welche Preisgruppe gelaufen ist. Das ist die Grundlage für die nächste Liste.
Wie viel ist gebrauchte Ware wert?
Bei privaten Verkäufen ist der Neupreis kein guter Maßstab. Eine praxistaugliche Orientierung:
- Kleidung, gut erhalten: etwa 10 bis 20 Prozent des Neupreises
- Kinderkleidung und Spielzeug: 1 bis 5 € pro Teil, Markenware etwas mehr
- Bücher: 0,50 bis 2 €, Bildbände und Fachbücher ausgenommen
- Technik: stark abhängig von Alter und Funktion – nur verkaufen, wenn du sie vorführen kannst
Wichtiger als die letzte Genauigkeit ist, dass du zufrieden bist, wenn das Teil weg ist. Ein zu hoher Preis kostet dich am Ende den Rücktransport.
Von der Preisliste zur Kasse
Sobald die Gruppen stehen, legst du sie in KassenFlow einmal als Artikel mit Preis an. Beim Verkauf tippst du nur noch auf den passenden Artikel; die Summe wird automatisch gebildet, und du siehst live, wie viele Teile pro Gruppe verkauft wurden.
Wenn du Artikel mit Bestand pflegst, kannst du zusätzlich nachvollziehen, wie viel von einer Sorte noch da sein müsste – praktisch bei Selbstgebackenem oder Getränken, wo Nachschub geholt werden muss.
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